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Sommer 2011

Die Erste:

“Bei der Ersten lautet das Saisonziel immer Aufstieg!” sagte Captain Andy Gartner vor Saisonbeginn vollmundig. Dieses Ziel als “verpasst” zu erklären wäre mehr als nur eine Untertreibung. Am Ende war wohl das ganze Team froh, dass es nicht noch stärker in den Abstiegsstrudel geriet.

Dabei begann die Saison eigentlich ganz ordentlich, gegen durchaus starke Gegner sicherte man sich aus den ersten fünf Begegnungen sieben Zähler und lag in Rufweite zur Spitze. Dann kam jedoch mit der bitteren Pleite gegen Aufsteiger und Vorletzten Chieming, am Ende der Vorrunde stand man mit 10:10 Punkten im Mittelfeld. Das Projekt mit dem aus Rott hinzugestoßenen Nachwuchsspieler Reitberger musste man zu diesem Zeitpunkt als zumindest sportlich als gescheitert betrachten, trotz viel Pech erwies er sich in dieser Liga als nicht wirklich konkurrenzfähig. Diese Einsicht hatte jedoch in erster Linie der Verband, der einen weiteren Einsatz in der ersten Mannschaft gemäß der neuen Ranglistenvorschriften untersagte.

Die Hoffnung, dass der nun endlich nachrückende Jakob Heindl die Mannschaft verstärken würde erwies sich zwar als richtig. In wirklich Zählbares konnte man das zu sechst jedoch kaum umsetzen: Denn der sonst so verlässlich punktende Kilian Orschau erlebte mit nur zwei Einzelsiegen eine Halbserie wie sie ihm wohl noch nie untergekommen ist, und auch das vordere Paarkreuz mit Laube und Gartner ließ mit fortschreitenden Saisonverlauf mehr und mehr nach. Michi Kölbl hatte ohnehin das ganze Jahr über unter seinen Möglichkeiten gespielt. Nach vier Niederlagen gegen Mitte der Rückrunde wurde es langsam eng, erst zwei Siege Feldkirchen und das Schlusslicht Heufeld machten den Klassenerhalt perfekt. Am Ende betrug der Vorsprung magere drei Zähler.

So muss man konstatieren, dass es vielleicht menschlich dieses Jahr besser passte im Team als früher, dass jedoch mit diesem 8. Rang auch das schlechteste Abschneiden in der Bezirksliga seit dem Aufstieg 2006 steht. Ob das den Ansprüchen der ehrgeizigen Spieler auf Dauer genügt?

Die Zweite:

Erstens kommt es anders – und zweiten als man denkt. Diese uralte (Tischtennis-)Weisheit trifft wohl auch auf die Saison der Zweiten zu. Wie beinahe alle Herrenmannschaften startete auch dieses Team mit von Vorrunden-Kapitän Jakob Heindl deutlich geäußerten Aufstiegsambitionen in die neue Spielzeit. Hatte man doch in der vorhergehenden Saison einen völlig überraschenden dritten Rang belegt.

Doch nach einem katastrophalen Fehlstart mit drei Niederlagen in den ersten drei Spielen sah es plötzlich nach einem ganz anderen Kampf aus: das Abstiegsgespenst zeichnete sich am Horizont ab. Doch so falsch hatte man die Spielstärke des verjüngten Teams, welches nach nur einem Einsatz wohl verletzungsbedingt auf Ivan Maticic verzichten musste, doch nicht eingeschätzt. Mit einer kleinen Serie konnte man sich in ruhigere Gefilde begwegen und beendete die Hinserie mit einem ausgeglichenen Punktekonto.

Wer dann allerdings gedacht hatte, durch den Verlust von Kapitän Heindl (der an die Erste Mannschaft weitergegeben werden musste) würde die Mannschaft deutlich geschwächt werden, sah sich wiederum eines besseren belehrt. Mit einem überragenden Franz Amann, welcher bereits beinahe die komplette Hinrunde “ausgeholfen” hatte sowie Alt- und Neukapitän Helge Wilker errang die Mannschaft in der Rückrunde sogar noch zwei Zähler mehr.

Der fünfte Platz bedeutet damit am Ende gesichertes Mittelfeld, der Aufstieg war wohl doch ein etwas zu ambitioniertes Ziel, beeinflusst von den Eindrücken einer vorangegangene Saison in der es einfach lief. Trotzdem kann man im dritten Jahr erste Kreisliga davon sprechen, dass sich die Zweite dort mehr als etabliert hat.

Die Dritte:

Die Dritte will nur nicht absteigen, das ist seit Jahren bekannt. Inoffiziell traute man dem Team um Kapitän Helge Wilker jedoch durchaus wieder ein Platzierung im vorderen Mittelfeld zu. Nach einem starken Beginn, in dem man sechs Spiele lang ungeschlagen blieb und 10:2 Punkte erkämpfte lag man zunächst auch durchaus über dem Soll. Nach der erwartbaren Niederlage gegen Spitzenreiter Babensham folgten allerdings direkt zwei weitere Pleiten gegen direkte Tabellennachbarn und ein Mittelfeldplatz zur Winterpause. Nach und nach machte sich das vermehrte Fehlen von Franz Amann, der quasi bereits Stammspieler in der  zweiten Mannschaft war, sowie des erkrankten Harry Haberl bemerkbar. Die insgesamt 17 eingesetzten Ersatzspieler schlugen sich zwar wacker, für einen Spitzenplatz würde es so allerdings nicht reichen.

Zur Rückrunde sollte einiges anders werden, doch ob es besser werden würde wurde bezweifelt. Mit Amann und Wilker musste man zwei absolute Bänke an die zweite Mannschaft abgeben, dafür bekam man aus der Ersten Markus Reitberger (der auch gleich die Kapitänsrolle und den Reporterposten übernahm) und aus der Vierten kehrte Markus Kloo nach nur einer Halbserie umgehend zurück. Da auch Stefan Rothmeier wieder regelmäßig einsatzbereit war, musste nur weiterhin Haberl vertreten werden, was Matthias Oesterheld und Maxi Ass ohne eine einzige Niederlage eindruckvoll gelang.

Angeführt von dem äußerst stark aufspielendem Kloo gelang der Mannschaft nach einer bitteren Auftaktpleite gegen Prutting eine eindrucksvolle Serie: Die letzten acht Spiele konnten alle gewonnen werden, auch den Aufsteiger Babensham konnte man als einziger bezwingen.

So endete die Spielzeit wie vor einem Jahr auf einem – gerade vor dem Hintergrund der personellen Turbulenzen – hervorragenden dritten Platz.

Die Vierte:

Will man aufsteigen und tut es am Ende nicht, so hat man sein Saisonziel verfehlt. Trotzdem muss man der Vierten aber konstatieren eine gute Saison gespielt zu haben. Mehr war objektiv betrachtet eben nicht drin.

Nach dem bereits vergangenes Jahr in der Relegation klar verpassten Aufstieg sollte es diesmal auf direktem Wege gelingen. Dieser Weg stellte sich dann aber als steiniger heraus als gedacht, bereits nach der Niederlage im ersten Saisonspiel gegen Söchtenau 3 war der direkte Aufstieg so gut wie verpasst. Dies zeigten auch die klaren Niederlagen gegen die beiden Spitzenteams aus Eiselfing und von Söchtenau 2. Der Rest der Liga wurde jedoch klar beherrscht.

Den Verlust von Spitzenspieler und Punktegarant Markus Kloo konnten zur Rückrunde der immer besser aufspielende und nun als Nummer 1 an den Start gehendende Stadtmeister der Herzen Matthias Oesterheld, der  nervenstärker werdende Maxi Ass sowie der aus der fünften hinzugestoßene Peter Haas klar kompensieren. Sie ließen auch die insgesamt eher durchwachsenen Leistungen von Fimp Mandelsperger und Philipp Hell in den Hintergrund treten. Nur den Eiselfingern musste man sich noch geschlagen geben, in diesem Spiel wäre sogar mehr drin gewesen. Söchtenau 2, die allerdings nur zu fünft angetreten waren, wurde ebenso besiegt wie später die Revanche gegen deren dritte Mannschaft gelang. Der dritte Rang war insgesamt genauso wenig gefährdet wie eine wirklich realistische Chance auf den zweiten Platz bestand. Die anderen beiden Mannschaften waren insgesamt besser besetzt.

Dies gilt auch für die starken Kolbermoorer, denen man in der Relegation bekanntlich deutlich unterlag. So bleibt festzuhalten, dass man eine Saison im Rahmen der Möglichkeiten spielte, nicht mehr aber eben auch nicht weniger. Für die zweite Kreisliga hätte es in dieser Besetzung wohl ohnehin nicht gereicht.

Achja: Johannes Unterberger hat seinen Vertrag (natürlich zu deutlich verbesserten Konditionen) verlängert und bleibt auch in der kommenden Saison Mannschaftsführer. Ausschlaggebend war wohl die von Edelfan Heiner S. inszenierte Kampagne “Mia san Noppinger”…

Die Fünfte:

Zwei äußerst unterschiedliche Halbserien spielte die Fünfte in dieser Saison, und so steht unter dem Strich ein (oberer) Mittelfeldplatz – im Rahmen der Erwartungen also, aber eben auch nicht darüber.

Mit einem sensationellen Saisonauftakt (13:1) Punkte spielte sich das Team um Captain Vroni Amann (welche zu diesem Zeitpunkt vor lauter motivierten Nachwuchsleuten kaum selber zum Einsatz kam) in den Kreis der Aufstiegsganwärter. Der Höhepunkt stellte dabei mit Sicherheit der Sieg in Schechen dar, gegen das Team welches sich später tatsächlich den Aufstieg sichern sollte. Gegen die beiden anderen Topteams aus Vogtareuth und Griesstätt gelang anschließend jedoch nur ein Zähler, so dass man die Hinserie bereits leicht ernüchtert beendete.

Doch mit den Erfolgen hatte man es sich selber schwer gemacht: Der äußerst erfolgreiche Topspieler Peter Haas musste in die vierte Mannschaft aufrücken, damit waren die Chancen auf den Aufstieg kaum mehr realistisch. Nach einer unnötigen Pleite gegen Eiselfing im ersten Rückrundenspiel begann ein Negativtrend, bei dem sich zeigte, dass das Team insgesamt in der Hinrunde wohl am oberen Limit gespielt hatte. So gelangen Siege nur noch gegen die Kellerkinder der Liga, hinzu kam, dass deutlich mehr Spieler eingesetzt werden mussten als noch vor der Winterpause (auf Heiner Schoon musste man verletzungsbedingt verzichten). Erfreulich allerdings, dass die Ersatzspieler (meiste der Rückkehrer Werner Trepesch oder die beiden Jugendlichen Valentin Wilker und Dominik Linner) durchaus ihre Punkte erringen konnten.

Trotz dem leicht negativen Trend sollte sich die Fünfte aber bei der derzeitigen Personalsituation auch in den kommenden Jahren in der oberen Tabellenhälfte behaupten können. Das konnte man von dem Team schon lange nicht mehr behaupten.

Philipp Hell

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